Der große Brand von Schottwien (aus den Protokollbüchern der Marktgemeinde Schottwien)

Vom 17. auf den 18. Oktober 1846 hat in der Nacht diesen Markt ein großes Unglück betroffen. Nämlich es brach in der Behausung des Josef Ehrenhöfer Buschenwirt (heute GH Haselbacher) Feuer aus, wovon das nebenangebaute Posthaus ebenfalls ergriffen wurde und in kürze ganz in Feuer stand. Da während dieser Nacht der Wind sich den Markt hinuntergezogen hat, wurde das Feuer umso schrecklicher. Da die Brandteile immer gleich das 3. oder 4. Haus ergriffen stand in kürze mehr als der halbe Markt in Flammen. Von den angrenzenden Nachbarn Gloggnitz sind sogleich die Spritzen der Herrschaft als auch der Marktgemeinde herbeigeeilt, wie auch später zwei Spritzen vom Markt Neunkirchen eingelangt sind. Dem Übel konnte lange nicht Einhalt geboten werden, weil gerade zu dieser Zeit alle Ihre ganze Fechsung (Ernte) im Hause hatten sowie auch den Wintervorrat an Stroh und Heu, welcher bei dem gegenwärtig großen Pferdebestand bedeutend groß war. Daher auch alles vom Posthaus (Posthof) angefangen bis zu der Behausung des Nagelschmiedmeisters Nr.7 (heute Delitz-Kastner) auf dieser Seite und auf der anderen Seite vom oberen Wirt Nr.47 (ehem. GH Endler - Kögler - Tragust) angefangen bis zu der Behausung Nr.56 des Georg Neumayer (heute Stieblo) niedergebrannt und der größte Teil bis zum Grund abgebrannt ist. Die Anzahl der verunglückten Gebäude beläuft sich auf 32, worunter auch die Pfarrkirche, Pfarrhof und das Herrschaftsgebäude mit in begriffen sind. Die Ursache der Entstehung dieses Brandes kann nicht genau ermittelt werden. Allgemein wird anerkannt, dass es durch liederliche und nachlässige Dienstboten, welche der Hausbesitzer (Ehrenhöfer) in seinen Diensten hatte, veranlasst wurde, wodurch so viele Mitbürger und Inwohner in das Unglück gekommen sind und dessen Schadensbetrag sich über 172.000 Gulden Conventionsmünze erstreckt hat, was unseren Nachkommen zur Kenntnis hier eingetragen wurde.

Marktgericht Schottwien, 8.Jänner 1847

Philipp Woelly Marktrichter

In der Chronik des Klosters Maria Schutz steht geschrieben:

Brand in Maria Schutz

Es war eine sternhelle Nacht, die Nacht zwischen dem Quatembersamstag und dem darauffolgenden Sonntage im Monat September des Jahres 1826, als in der Sakristei anstoßenden Holzschupfe um Mitternacht die verhängnisvolle Flamme aufstieg, welche in wenigen Stunden die Kirche und den Pfarrhof in Asche legte.....

An ein eigentliches Löschen des Feuers war nicht zu denken, teils wegen Mangels an Wasser, teils auch wegen Mangels helfenden Händen. Denn bis die benachbarten Bauersleute und die Bürger von Schottwien zur Rettung herbeikamen, stand das ganze Gebäude bereits in hellen Flammen.......

Die Schottwiener Feuerspritze leistete namentlich für die Rettung der inneren Kirche wesentliche Dienste, denn da dieselbe beim Haupttore in die Kirche hineingebracht werden konnte.....

Im Tagebuch des Postmeisters Huebmer von Schottwien finden wir folgende Eintragungen:

" Im Jahre 1868 ist das Haus des Ferdinand Dornhofer, Bindermeister Nr. 54, abgebrannt. Am 18. Oktober 1868 wurde durch Herrn Franz Krenthaller die Freiwillige Feuerwehr Schottwien gegründet. "

Vorher lag Feuerwache und Feuerbekämpfung in den Händen der Schottwiener Bürger und deren Marktrichter. Nachtwächter hatten stündlich durch den Ort zu gehen. Laterne und deren Hellebarde waren ihre Hauptinstrumente. Neben der Feuerwache hatten sie auch noch die Aufgabe, die Sperrstunden der zahlreichen Gasthäuser zu überprüfen. Lange Zeit wohnten die Nachtwächter im Torturm an der unteren Marktmauer.

Rüsthäuser der Feuerwehr Schottwien

Das erste nachweisbare Feuerrequisitenhaus stand ungefähr an der Stelle des Einganges zur heutigen Raiffeisenbank in Schottwien.

Pfarrer Vincenz Weninger erwähnt im Zusammenhang mit dem Kirchenwiederaufbaus im Jahre 1889 folgendes:

" Die Feuerwehrgeräte wurden in Krafts Scheuer gepachtet von Kastner (heute Elektro- Grubner) überführt, die Feuerhütte wurde zu Bauzwecken benützt. "

Diese aufgelassene Feuerhütte stand nahe der Südostecke der Kirche gegenüber der Sakristei. (Heute steht dort das Haus Nr. 24, Zdesar)

Nach mehrmaligem vergeblichen Ansuchen an die Marktgemeinde Schottwien um Errichtung eines neuen Rüsthauses, fasst die Generalversammlung der FF Schottwien am 21. Mai 1903 folgenden Beschluss:

" Die Generalversammlung bestimmt, dass wenn vom heutigen Tage an in einem Monat ein definitiver Beschluss über Erbauung eines Feuerlöschrequisitenhauses nicht vorliegt, sich die Freiwillige Feuerwehr auflöst. "

Unter diesem Druck erhielt Baumeister Handler den Auftrag, auf Parzelle 594, ein neues Zeughaus zu bauen, welches am 14. August 1904 geweiht wurde. Im Zuge ges Baues der S6 Brücke wurde dieses Rüsthaus abgetragen und die FF Schottwien übersiedelte 1978 in die aufgelassene alte Volksschule Schottwien Nr. 27, die sie sich mit dem Musikverein Schottwien teilt. Im Jahr 1995 erfolgte der Umbau des alten Mannschaftsraumes, im Jahr 2000 wurde im Zuge des Straßenrückbaues die Garage neu gestaltet, sowie eine Zentralheizung installiert.

Im Jahr 2005 wurde der Beschluss gefasst mit der Gemeinde Pläne Auszuarbeiten über einen Umbau welcher den Anforderungen entspricht.

Nach der Beschlussfassung durch die Gemeinde und der Feuerwehr, konnte im Jahr 2008 mit den Umbauarbeiten begonnen werden. Im Jahr 2010 konnte der Neu- und Umbau des Altbestandes seiner Bestimmung übergeben werden.

Fahrzeuge der FF Schottwien

Im II. Weltkrieg besaß die FF Schottwien einen Opel Blitz welcher aber in den Kriegswirren 1945 verschwand

In den Nachkriegsjahren wurde ein Dodge aus Armeebeständen angeschafft

1959 wurde ein BLF Land Rover mit Vorbaupumpe und ein Anhänger mit einer TS 8 in den Dienst gestellt

1968 wurde ein VW Bus als MTF angeschafft

1980 wurde ein TLF 2000 Marke Steyr 590 in den Dienst gestellt

1990 wurde abermals ein VW Bus als MTF angeschafft

2003 wurde ein TLFA-T 2000/200 Marke MAN 18284 in den Dienst gestellt

2009 wurde ein gebrauchtes KLFA Marke Mercedes 310A angeschafft und

2011 mit einer gebrauchten TS 12 Marke Rosenbauer FOX 1 ausgerüstet

2014 wurde ein neuer VW T5 als MTF angeschafft