Titelseite Schwarzataler Bezirksbote

Bericht:

Auszug aus einem Artikel des Schwarzataler Bezirksboten

Männer der Semmeringer Feuerwehr waren während der Alarmierung zufällig im Gerätehaus und rückten sofort mit dem ersten Tankwagen aus. Doch die steile und von Regenfällen ausgewaschene Forststraße behinderte die Zufahrt arg. Die ersten Einsatzkräfte brauchten daher etwa 25 Minuten, bis sie an der Brandstelle waren. Da der Brand durch einen Defekt einer Friteuse in der Küche entstanden war, und sich die Küche in der Mite des Objektes befunden hatte, stand in der Zwischenzeit aber bereits das gesamte Gebäude in Flammen. Bezirksfeuerwehrchef Oberbrandrat Ing.Huber wurde ebenfalls verständigt. Von ihm wurden sofort sämtliche Wehren mit Tanklöschfahrzeugen im Bezirk Neunkirchen alarmiert und auf den Sonnwendstein beordert.
Im Zuge des Kampfes gegen das Flammenmeer trafen nach und nach immer mehr Feuerwehren ein. Insgesamt waren 430 Mann mit 70 Einsatzwagen (davon 60 Tankwagen) von 59 Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. Die Hauptaufgabe der Brandbekämpfung lag vor allem im Schutz der Bergstation des Sessellifts und des angrenzenden Waldes.
Das Gebäude des Sesselliftes war in akuter Gefahr, da durch ein Fenster Flammen in den Schaltraum schlugen und dieser in der Folge auch komplett ausbrannte. Ein weiteres Übergreifen konnte verhindert werden. Das Tragseil dürfte dabei nicht beschädigt worden sein, muß aber noch Tests unterzogen werden, der Antrieb ist unbeschädigt.
An der Südseite des Pollereshauses fing auch der unmittelbar angrenzende Wald Feuer, und die Feuerwehr mußte Bäume herausschneiden, um eine größere Katastrophe zu verhindern. Gefahr bestand im Laufe des Brandes auch für den Wald am Hang an der Nordseite. Brennende Tragbalken der Hotelterrasse stürzten ab und rollten auf die Bäume zu, auch dort mußte man pausenlos auf der Hut sein, um einen Waldbrand zu verhindern.
Der Einsatz der Feuerwehren und die taktische Ausrichtung der Brandbekämpfung war von Einsatzleiter Abschnittskommandanten Walter Hanl bestens eingeteilt, so daß alle umliegenden brandgefährdeten Gebiete gesichert werden konnten. Die Feuerwehrmänner leisteten harte Arbeit, doch das Pollereshaus -ein Holzbau-war nicht zu retten. Der Brand war um 12.30 Uhr lokalisiert, aber erst in den späten Abendstunden hieß es "Brand aus!". Die Feuerwehren fuhren nach Hause, nur eine Brandwache der FF Semmering blieb am Berg zurück.
Der Umfang des Schadens ist derzeit noch unbekannt, geht aber sicher in die Millionen. Die Höhe hängt auch davon ab, ob das Seil des Sonnwendstein-Sesseliftes beschädigt wurde. Personen kamen bei dem Großbrand glücklicherweise nicht zu Schaden.

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